Zu dem heutigen Bericht im Südkurier zum Thema Stromausfall möchten wir gerne noch ein paar Anmerkungen geben.


Die Tore sind elektrisch betrieben und können so bei einem Alarm während eines Stromausfalles nicht automatisch geöffnet werden. Was im Artikel aber nicht erwähnt wurde, die Tore verfügen über eine manuelle Entriegelung, können so also per Hand geöffnet werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer Fremdeinspeisung über das Stromaggregat des Tanklöschfahrzeuges. Im Zuge der Modernisierung der kompletten Elektrik im Gerätehaus vor einigen Jahren wurde diese extra installiert, um bei Stromausfällen vorrangig die Tore und den Funkraum betreiben zu können.

Fakt ist aber: Beide Möglichkeiten kosten Zeit und sind personalintensiv. Gerade im Alarmfall ist dies in hohem Maße kritisch. Die Möglichkeit der Stromeinspeisung mit dem mobilen Stromaggregat ist nur eine Notlösung, da dieses nur bedingt für den Einsatz als Netzersatzanlage geeignet ist. Zudem fehlt das Stromaggregat dann an der Einsatzstelle, da viele technische Geräte wie u.a. der hydraulische Hilfeleistungssatz, Beleuchtung etc. mit Strom betrieben sind. Daher wäre die Installation einer Netzersatzanlage, die in der Lage ist, das gesamte Gerätehaus inkl. Telekommunikationsanlage autark betreiben zu können, am sinnvollsten.

Wir sind trotzdem 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag für Euch einsatzbereit - auch bei Stromausfall! Eure FFW Schonach

Stromausfälle setzen Feuerwehr schachmatt




Im Ernstfall bleiben bei einem Stromausfall auch die Tore der Feuerwehr geschlossen, was den Einsatz unmöglich macht. Foto: Huber

In Schonach hatte es in den vergangenen Monaten öfters Stromausfälle gegeben. Zuletzt war dies im Januar der Fall, als Bäume auf die Freileitungen fielen.



Man habe vermehrt Beschwerden seitens Bürger erhalten, erklärte Bürgermeister Jörg Frey in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Auch seitens der Feuerwehr wurde man darauf angesprochen: Fällt der Strom aus, lassen sich die Tore der Feuerwehrgaragen nicht öffnen. Der Gemeinde, so betonte er, lägen diese Vorfälle sehr am Herzen. Aus diesem Grund hatte man auch Erik Hugel, Geschäftsführer des Stromversorgers EGT Energie in die Gemeinderatssitzung eingeladen, um zu hören, wie die EGT mit diesen Problemen umgeht.

Wetterereignisse als Hauptgrund ausgemacht

Erik Hugel erklärte, er sei gerne gekommen, Auch die EGT, fänden es nicht lustig, wenn der Strom ausfällt. Er ging zuerst auf die Wetterereignisse, die Hauptgrund für die Ausfälle sind, ein. Seine Aufzeichnungen gingen bis 1990 zurück, auffällig daran war, dass die extremen Wetterereignisse in immer kürzeren Abständen auftreten. Alleine seit Oktober 2017 hatte man drei solcher Fälle. Durch Schneebruch und Sturm wurde der Strom im Bereich der 20-KV-Leitung im Obertal der Stromfluss für insgesamt rund eine Stunde unterbrochen.

Er erläuterte auch die verschiedenen Stufen der Ausfälle und den Aufbau des Stromnetzes. Jedes Jahr, so Hugel, müsse man die Stromausfälle an die Bundesnetzagentur melden.

Zwischen 2006 und 2016 lag man in den Jahren 2008 und 2016 über dem Bundesdurchschnitt, in den anderen Jahren mit durchschnittlich 6,5 Minuten pro Jahr weit darunter. 2017 dann waren es 20,27 Minuten, wieder weit über dem Durchschnitt, bedingt durch einen schweren Blitzeinschlag im Bereich Villingen, der das komplette Netz lahmlegte.

Und auch 2018 läge man schon jetzt bei 4,4 Minuten. Errechnet werden diese Zeiten durch die Länge der Stromausfälle geteilt durch die Nutzer. Hugel erläuterte, dass man jeden Stromausfall analysiere und versuche, die Ursachen zu finden und vor allem zu eliminieren.

Ein großes Problem seien die Freileitungen, im gesamten Netzgebiet der EGT habe man davon 289 Kilometer. Aber, so Huger, durch die Verlegung der Freileitungen unter die Erde seien die Probleme nicht aus der Welt geschafft, denn die Erdkabel haben nicht nur Vorteile.

Erdkabel nicht immer das Nonplusultra

So gebe es etwa aktuell keine Möglichkeit, Erdkabel zu prüfen, ohne diese zu zerstören. Freileitungen dagegen können man ohne große Schwierigkeiten prüfen, die EGT selbst geht jedes Jahr die Leitungen ab, mittlerweile werden zur Prüfung auch Drohnen eingesetzt.

Und natürlich spielen auch wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle. Gerade im topographisch schwierigen, da oft sehr steinigen Gelände kosten die nötigen Grabungen sehr viel Geld, was sich natürlich unweigerlich auf die Entgelte auswirken würde.

Insgesamt versuche die EGT bezüglich Netzausfälle noch besser zu werden. So hat die Versorgungssicherheit laut Hugel höchste Priorität, um diese zu erhalten und wo möglich zu erhöhen, nutze man moderne und erprobte Technologien, biete einen 365 Tage-Bereitschaftsdienst, analysiert nach jeder Störung Schwachstellen und prüfe Möglichkeiten zur Behebung, will statt Stichleitungen mehr und mehr Ringleitungen aufbauen, prüft, wo Erdverkabelungen wirtschaftlich Sinn machen und baut die digitale Überwachung und Netzsteuerung aus.

Helmut Kienzler fragte, ob es denn nötig sei, Erdkabel mit Freileitungen zu koppeln. "Fällt die Freileitung aus, haben auch die Versorgungsgebiete mit Erdkabel keinen Strom mehr".

Hugel erklärte hierzu, dass in jeden Ort starke Freileitungen laufen, von diesen gehen dann die Verzweigungen ab. Natürlich prüfe man, wo eine Erdverkabelung auch bei den Hauptsträngen Sinn mache, aber wirtschaftlich sei dies in den meisten Fällen nicht möglich. Insgesamt habe man für die Erdverkabelung eine Prioritäten-Liste, die man abarbeite. Derzeit plane man für 2018, in Verbindung mit Breitbandausbau, im Netzgebiet weitere 15 Kilometer Kabel unter die Erde zu legen.

Ratsmitglied Günter Herr (FWV) wollte wissen, was man denn konkret im Bereich Obertal, dort wo im Januar lange Zeit die Lichter dunkel blieben, gemacht habe.

Dort, so Hugel, habe man im ersten Schritt eine Netzumschaltung und den Einbau einer neuen Sicherung im Bereich Skilift Abgang Obertal/ Hirzflecken veranlasst, die die Versorgung sicherer machen soll.

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