Alte Drehleiter ist auf dem Weg in die Ukraine




Abschied von der "alten Dame" (von rechts): Bürgermeister Jörg Frey und Feuerwehrkommandant Dirk Schuler schicken Bernd Kaltenbach, Markus Dieterle und Michael Kienzler mit der alten Drehleiter auf den Weg in die Ukraine. Foto: Kommert

Ihre letzte und zugleich die längste Fahrt trat am Freitag die alte Drehleiter der Feuerwehr Schonach an: Sie wird in einigen Tagen in der Ukraine ihren Dienst verrichten.

Schonach - Um 13 Uhr verließ die "alte Dame", wie sie von den Kameraden der Wehr liebevoll bezeichnet wurde, Schonach. Um 16 Uhr war Treffpunkt in Karlsruhe. Von dort ging es weiter auf die rund 1450 Kilometer lange und rund 24 Stunden dauernde Reise.

"Wenn alles glatt läuft, sollten wir am Samstagnachmittag an der polnisch-ukrainischen Grenze eintreffen", meinte dazu Bernd Kaltenbach, der gemeinsam mit Michael Kienzler und Markus Dieterle von der Schonacher Feuerwehr das 42 Jahre alte Fahrzeug in Richtung Ukraine fährt.

Im Blaulicht-Konvoi mit zehn weiteren Fahrzeugen

Dabei wird die "alte Dame" nicht allein sein. Im Blaulicht-Konvoi mit sieben weiteren ausgedienten, technisch aber einwandfreien Feuerwehrfahrzeugen, zwei Begleitfahrzeugen und einem Reisebus geht auf die Reise. Allein die Berufsfeuerwehr Karlsruhe trennt sich dabei von drei Fahrzeugen, darunter eine weitere Drehleiter. Dazu schickt der Kreis Freudenstadt den Kommandowagen des Kreisbrandmeisters und die Feuerwehr Linkenheim-Hofstetten den Mannschaftstransportwagen.

Mitbringsel: Handlampen, Notfallrucksäcke und Feuerwehrstiefel

In diese Fahrzeuge sowie den Reisebus der Firma Schweizer aus Waldachtal werden diverse "Mitbringsel" verpackt, die das Land Baden-Württemberg spendierte – Handlampen, Notfallrucksäcke und Feuerwehrstiefel.

Organisiert hat die "Dienstreise" der Freudenstädter Kreisbrandmeister Frank Jahraus, der laut Schonachs Bürgermeister Jörg Frey schon mehrfach Unterstützungstransporte organisiert habe, allerdings habe er noch keine Fahrzeuge überbracht. "Das waren hohe Hürden, bis alle Genehmigungen da waren – von einer schnellen Hilfe sind wir in Deutschland weit weg", stellte Frey kopfschüttelnd fest.

In Karlsruhe werde es eine offizielle Verabschiedung geben mit Vertretern der Kommunalpolitik sowie hochrangigen Vertretern der Feuerwehren des Landes. Am frühen Abend ging es auf die A 5, in Richtung Görlitz, wo die Fahrt dann über die Grenze nach Polen weiter führte.

Rückreise ist am Sonntagabend geplant

Ziel der Reise wird zunächst der polnisch-ukrainische Grenzort Belcez, wo man übernachtet. Am Sonntag, 1. Mai, geht es über die Grenze, wo der Konvoi vom Feuerwehrgeneral und dem Verwaltungsleiter erwartet wird. Dort werden die ukrainischen Kollegen in die Fahrzeuge eingewiesen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der polnischen Stadt Tomaszov soll es um 17 Uhr auf die Heimreise gehen.

Eine hohe Ehre für die Gemeinde Schonach

Es sei auch für die Gemeinde Schonach eine hohe Ehre, dass die drei Feuerwehrkameraden ihr altes Fahrzeug diesem Zweck zuführen, betonte Frey am Freitagnachmittag im Hof des Feuerwehrgerätehauses. Er wünschte den drei Schonacher Fahrern genauso wie Kommandant Dirk Schuler eine gute Reise und eine gute, gesunde Rückkehr von dieser durchaus strapaziösen Tour.

Zur Fahrt gibt es einen Live-Ticker auf der Internetseite www.kreis-fds.de unter Ukraine-Hilfe.


Quelle: Schwarzwaelder Bote