Offizielle Einweihung der neuen Drehleiter




Schlüsselübergabe: Kommandant Dirk Schuler (links) übernimmt den symbolischen Schlüssel für die neue Drehleiter von Bürgermeister Jörg Frey. Foto: Kommert

Schonach - Für eine kleine Gemeinde wie Schonach sei es ungewöhnlich, dass es ein solches, sehr teures Fahrzeug im Bestand gibt, stellte Feuerwehrkommandant Dirk Schuler fest, doch bereits zum Kriegsende hatte man eine solche bestellt, die dann 1949 in Dienst gestellt wurde, eine 17 Meter hohe Anhängeleiter. 1979 erst wurde sie durch die "alte Dame" ersetzt – nachdem das Schönwälder Hotel Adler bis auf die Grundmauern niederbrannte und die Notwendigkeit eines solchen Fahrzeugs erneut klar wurde. 118 Einsätze und 16 Personenrettungen später ging sie nicht in den Ruhestand, sondern tut nun ihre Dienste in der Ukraine. Nachdem beim Brand im ehemaligen Hotel Schlossberg klar wurde, dass sie ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen war, ging man der Beschaffung eines Ersatzfahrzeugs nach.

299 PS leistet sie, ist mit einem vollautomatischen Getriebe ausgestattet und ist als Drehleiter 23-12 A (K) so leistungsfähig, dass sie in einer Entfernung von zwölf Metern 23 Meter Höhe erreicht. Dennoch, so Schuler, werde die neue Leiter sicher keine 42 Jahre alt werden.

Kommandant mit Corona in Quarantäne

Am 26. November 2021 wurde d ie Leiter dann abgeholt – ohne den Kommandanten, der wegen Corona in Quarantäne saß und damit laut Bürgermeister Jörg Frey die "Königsdisziplin für einen Kommandanten" verpasste. Rund 690 000 Euro kostete das schöne Stück, rund 434 000 Euro davon übernahm das Land aus der Feuerwehrförderung und dem Ausgleichsstock – und der Förderverein der Schonacher Wehr steuerte sagenhafte 125 000 Euro bei – diese Mittel stammen vor allem aus Gewinnen des Volksfestes.  Ich schäme mich fast, zu sagen, dass die Gemeinde gerade noch rund 110 000 Euro zahlen musste", gab Frey zu. Er freue sich aber schon auf das nächste Volksfest.

Die beiden Pfarrer gehen hoch hinaus

Die drei Gemeindeleiter der Kirchen in der Raumschaft, Pfarrer Andreas Treuer und Markus Ockert sowie Thomas Peter als Vorsteher der neuapostolischen Kirche, segneten gemeinsam das Fahrzeug, Treuer weihte es. Sie alle wünschten den Einsatzkräften eine stets gesunde Heimkehr nach einem Einsatz. Die beiden Pfarrer gehörten anschließend zu den ersten, die gemeinsam mit einigen Jugendfeuerwehr-Mitgliedern die volle Höhe der Drehleiter genossen.

Kreisbrandmeister Florian Vetter erklärte, dass die Beschaffung kein einfaches Projekt war. Dennoch sei sie ein voller, herausragender Erfolg gewesen, zumal die Beschaffung auch Kreisgrenzen sprengte. Der Triberger Kommandant Jens Wallishauser sah die Beschaffung eines solchen Fahrzeugs als eine Besonderheit an, auch weil Kinder stets eine Drehleiter malten, wenn sie ein Feuerwehrauto malen sollen. Im Anschluss luden die Schonacher Feuerwehrkameraden zu Bratwurst und Kaltgetränk.



Quelle: Schwarzwaelder Bote