Mit "geschnitztem Florian" ausgezeichnet

Von Benita Hansmann


Von Benita Hansmann

Seit 45 Jahren ist Helmut Schneider Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Der geschnitzte Florian hat bereits einen Ehrenplatz im Wohnzimmer von Helmut Schneider gefunden. Schneider ist der erste, der diese Auszeichnung von der Feuerwehr Schonach bei der Jahreshauptversammlung von Kommandant Bernd Kaltenbach verliehen bekommen hat. Und das nicht ohne Grund: Schneider ist bereits seit 45 Jahren in der freiwilligen Wehr der Gemeinde.

Bereits mit zwölf Jahren trat der damals junge Schneider in die neu gegründete Jugendfeuerwehr ein, welche die erste im ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis wurde. Im Gespräch verriet er, dass man damals in der Schule angeworben wurde – "aber nur die zwei obersten Klassen", so Schneider stolz.

Im Gründungsjahr 1963 "waren es dann elf bis zwölf junge Buben", erinnerte er sich. In den ersten Proben wurden ihm und seinen Kameraden dann die notwendigen Grundlagen beigebracht. "Die erste Übung war an einem Berg Richtung den Triberger Wasserfällen", plauderte er aus dem Nähkästchen. Aber auch erste Leistungswettkämpfe standen an.

Denn Schneider wurde die Aufgabe des Melders zugeteilt, der immer neben dem Maschinisten steht.

Mit 18 Jahren durfte er in die aktive Truppe der Wehr wechseln. In der zweiten Gruppe wurde er von den Älteren gut aufgenommen. Auch heute nimmt er immer noch einen Platz in der zweiten Gruppe ein.

Der erste große Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. 1967 brannte es bei der Uhrenfabrik Wehrle in Schönwald. Die zweite Gruppe rückte mit dem damaligen offenen Gruppenfahrzeug "Opel Blitz" – ein zum Feuerwehrfahrzeug ummontiertes normales Auto – zum Einsatzort aus. Da es die Verbindungsstraße zwischen Schonach und Schönwald noch nicht gab, mussten die Männer die Wasserfallstraße befahren. Schneider grinste: "Es war eine sehr wackelige Fahrt". An der Brandstelle angekommen übernahm er dann mit seinen Kameraden die Löschwasserversorgung bei eisigen minus zehn Grad. Schneider berichtete von einer "gewissen Hilflosigkeit", da die Wehr nicht mehr viel retten konnte. Die meisten prägenden Erlebnisse empfindet Helmut Schneider als die, bei der man nur noch hilflos zuschauen konnte. "Manchmal wurde man einfach zu spät alarmiert und man konnte nur noch ein Häufchen Asche vorfinden", erzählte er betroffen. "Bei einem Verkehrsunfall", sagte der Wehrler, "wollte ich mit einem Verletzten im Auto sprechen, aber der reagierte nicht mehr. Es war schon zu spät". Solche einschneidenden Erlebnisse konnte er aber dank der Kameraden gut verarbeiten.

Auf die Frage, was ihn in der Feuerwehr halte, dass er bereits 45 Jahre im Dienst ist, beantwortete Schneider mit der Kameradschaft. "Wir sind wie zu einer Clique geworden", erzählt er. Außerdem kann er durch die Feuerwehr vom Alltag sehr gut abschalten und dazu noch Menschen in Not helfen. "Dies möchte ich beibehalten, sofern es geht", zog Schneider ein. 2006 musste er von seinem Amt des Atemschutzträgers krankheitsbedingt abtreten. Deshalb spielte er auch für kurze Zeit mit dem Gedanken aus der Wehr auszutreten. Da es 2008 einen Wechsel im Kommando gab, wollte er seiner Leidenschaft und der Gesamtwehr nicht den Rücken kehren und ist somit bis heute stets aktiv bei Einsätzen vor Ort. "Zwar nicht mehr wie früher an der Front, aber trotzdem immer noch im Hintergrund", berichtet er.

Im nächsten Jahr wird Helmut Schneider 65 Jahre alt, das Alter in dem man gesetzlich nicht mehr in der aktiven Feuerwehr sein darf. Schneider wechselt dann in die Altersmannschaft.

Schwarzwälder Bote

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